Wenn ein südkoreanisches Unternehmen mit gerade einmal sechs Jahren Firmengeschichte auf der nationalen Bühne mit einer Auszeichnung des Premierministers geehrt wird, dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Genau das habe ich getan – und was ich bei meiner Recherche über World Recycling Co., Ltd. (월드리사이클링) herausgefunden habe, hat mich als jemanden, der sich seit Jahren mit Cleantech und Kreislaufwirtschaft beschäftigt, ehrlich gesagt beeindruckt. In diesem Beitrag möchte ich die Geschichte dieses Unternehmens erzählen, seine preisgekrönte Technologie vorstellen und erklären, warum diese Firma aus Gimpo, Südkorea, gerade für den deutschen Markt besonders relevant werden könnte.
Der Moment der Anerkennung: Premierminister-Auszeichnung am 62. Handelstag
Am 62. koreanischen Handelstag 2025 geschah etwas Bemerkenswertes. Inmitten von Großkonzernen und etablierten Exporteuren wurde ein vergleichsweise junges Unternehmen aus dem Bereich Automobil-Recycling mit der höchsten Auszeichnung bedacht, die ein Unternehmen bei dieser Veranstaltung erhalten kann: der Premierminister-Belobigung. Zusätzlich erhielt World Recycling den sogenannten Export Tower Award – eine Anerkennung für herausragende Exportleistungen.
Was macht diese Auszeichnung so besonders? Der koreanische Handelstag ist keine Nischenveranstaltung. Es handelt sich um eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Zeremonien des Landes, bei der Unternehmen für ihren Beitrag zur nationalen Wirtschaft, zur Innovation und zum internationalen Handel gewürdigt werden. Dass ein Unternehmen, das erst 2019 gegründet wurde, hier neben Schwergewichten der koreanischen Industrie steht, spricht Bände über die Dynamik und den Innovationsgrad von World Recycling.

Doch Auszeichnungen kommen nicht aus dem Nichts. Sie sind das Ergebnis einer konsequenten Strategie, technologischer Exzellenz und einer Vision, die weit über das hinausgeht, was man von einem traditionellen Autoverwertungsbetrieb erwarten würde. Lassen Sie mich die einzelnen Bausteine dieser Erfolgsgeschichte auseinandernehmen.
Von Null auf 5,44 Milliarden KRW: Ein Wachstumspfad, der seinesgleichen sucht
Gegründet am 30. April 2019, hat World Recycling in nur sechs Jahren einen bemerkenswerten Wachstumspfad hingelegt. Der Umsatz für 2025 wird auf 5,44 Milliarden KRW geschätzt – das entspricht etwa 3,6 Millionen Euro. Noch beeindruckender ist die Wachstumsrate: 65 Prozent Umsatzsteigerung innerhalb von nur zwei Jahren (2023-2025). In einer Branche, die traditionell als konservativ und wenig innovationsfreudig gilt, ist das ein außergewöhnlicher Wert.
Der Export beläuft sich 2025 auf 1,6 Millionen US-Dollar, verteilt auf 26 Länder weltweit. Für ein Unternehmen mit nur 12 Mitarbeitern ist das eine bemerkenswerte Exportquote pro Kopf. Hier zeigt sich bereits, dass World Recycling nicht auf manuelle Skalierung setzt, sondern auf technologiegetriebene Effizienz.
Die Anlage in Gimpo, Gyeonggi-do, umfasst ein eigenes Gelände von etwa 4.000 Pyeong (rund 13.200 Quadratmeter) und verarbeitet jährlich mehr als 5.000 Altfahrzeuge (End-of-Life Vehicles, ELVs). Jedes einzelne dieser Fahrzeuge wird nicht einfach verschrottet, sondern systematisch zerlegt, katalogisiert und in einen digitalen Kreislauf eingespeist – und genau hier beginnt die Innovation, die World Recycling von der Konkurrenz abhebt.
Die Technologie hinter dem Erfolg: K-Reborn VQA
Das Herzstück der Innovation von World Recycling ist die Plattform K-Reborn VQA – Visual Quality Assurance. Dieser Name mag technisch klingen, aber was sich dahinter verbirgt, ist nichts weniger als eine Revolution in der Art und Weise, wie gebrauchte Autoteile bewertet, kategorisiert und vermarktet werden.
KI-gestützte Qualitätsklassifizierung in fünf Stufen
Traditionell werden gebrauchte Autoteile von Fachleuten visuell begutachtet und nach subjektiven Kriterien bewertet. Das führt zu Inkonsistenzen, Vertrauensproblemen und letztlich zu einem Markt, in dem Käufer nie genau wissen, was sie bekommen. World Recycling hat dieses Problem mit einem KI-gestützten System gelöst, das jedes Teil in eine von fünf Qualitätsstufen einordnet.
Die künstliche Intelligenz analysiert hochauflösende Bilder der Teile, erkennt Kratzer, Dellen, Verfärbungen und andere Abnutzungserscheinungen und ordnet das Teil einer standardisierten Qualitätsstufe zu. Das Ergebnis ist eine objektive, reproduzierbare Bewertung, die unabhängig vom jeweiligen Gutachter immer zum gleichen Ergebnis kommt. Für den internationalen Handel ist das ein Game-Changer: Ein Käufer in Deutschland, Finnland oder Vietnam kann sich darauf verlassen, dass ein Teil der Stufe 3 in Seoul genau dasselbe bedeutet wie ein Teil der Stufe 3 in Gimpo.
Kein einziger der großen Wettbewerber – weder LKQ Corp aus den USA noch Copart – bietet derzeit eine vergleichbare KI-gestützte Zertifizierung an. Das ist der technologische Vorsprung, der World Recycling die Auszeichnungen eingebracht hat.
Big-Data-Preisgestaltung in 30 Sekunden
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist das automatisierte Preissystem. Basierend auf einem Datensatz von mehr als 20.000 Transaktionen kann das System innerhalb von 30 Sekunden einen marktgerechten Preis für jedes Teil generieren. Das eliminiert langwierige Verhandlungen, schafft Transparenz und beschleunigt den gesamten Handelsprozess dramatisch.
Für einen B2B-Kunden, der regelmäßig hunderte Teile bestellt, bedeutet das eine massive Zeitersparnis. Statt Tage mit Preisverhandlungen zu verbringen, erhält er sofort ein faires, datenbasiertes Angebot. Die Preise liegen dabei im Schnitt 60 Prozent unter dem Neupreis von OEM-Teilen – ein enormer wirtschaftlicher Anreiz für Werkstätten, Flottenbetreiber und Versicherungen.
QR-Code-Rückverfolgbarkeit
Jedes einzelne Teil, das World Recycling verarbeitet, erhält einen individuellen QR-Code. Dieser Code enthält die gesamte Geschichte des Teils: aus welchem Fahrzeug es stammt, wann es demontiert wurde, welche Qualitätsstufe es erhalten hat, und wie sein CO2-Fußabdruck im Vergleich zu einem Neuteil aussieht. Diese lückenlose Rückverfolgbarkeit ist nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern wird zunehmend auch regulatorisch relevant – insbesondere in der EU, wo die Lieferkettengesetzgebung immer strengere Anforderungen an Transparenz stellt.

LCA-basierte CO2-Reduktionsverfolgung
Hier wird es für Nachhaltigkeitsenthusiasten besonders spannend. World Recycling hat ein System implementiert, das auf Lebenszyklusanalysen (Life Cycle Assessment, LCA) basiert und für jedes recycelte Teil die exakte CO2-Einsparung berechnet. Die Zahlen sind beeindruckend: Im Vergleich zur Neuproduktion reduziert die Wiederverwendung eines Teils die CO2-Emissionen um 94 Prozent und den Energieverbrauch um 80 Prozent.
Diese Daten werden nicht nur intern genutzt, sondern fließen direkt in automatisierte ESG-Berichte ein. Für Unternehmen, die ihre Scope-3-Emissionen reduzieren müssen – und das betrifft mittlerweile praktisch jedes größere Unternehmen in der EU – ist das ein enormer Mehrwert. Sie können nachweisen, dass die Verwendung von recycelten Teilen aus dem World-Recycling-Ökosystem messbar zur Dekarbonisierung beiträgt.
Die Umweltdimension: Warum Automobil-Recycling so wichtig ist
Lassen Sie mich kurz den größeren Kontext beleuchten. Die Automobilindustrie ist einer der ressourcenintensivsten Sektoren der Weltwirtschaft. Ein durchschnittliches Auto besteht aus etwa 30.000 Einzelteilen und wiegt zwischen 1,2 und 2 Tonnen. Wenn dieses Fahrzeug das Ende seiner Lebensdauer erreicht, stehen wir vor einer enormen Herausforderung: Wie können wir den maximalen Wert aus diesen Materialien und Komponenten zurückgewinnen?
Die traditionelle Antwort war jahrzehntelang: Schreddern und Einschmelzen. Das ist besser als Deponierung, aber es vernichtet den gesamten Wert, der in der Fertigung der einzelnen Komponenten steckt. Ein Motor, der noch funktioniert, hat einen deutlich höheren Wert als das Metall, aus dem er besteht. Eine intakte Tür ist wertvoller als das Stahlblech, das man daraus gewinnen kann.
World Recycling verfolgt den Ansatz der maximalen Werterhaltung. Bevor ein Fahrzeug geschreddert wird, werden alle wiederverwendbaren Teile professionell demontiert, geprüft, klassifiziert und dem Markt wieder zugeführt. Das ist Kreislaufwirtschaft in ihrer reinsten Form – und es ist genau das, was die EU mit ihrer Circular Economy Action Plan fördern will.
Die Zahlen sprechen für sich: 94 Prozent weniger CO2-Emissionen bedeuten, dass für jedes recycelte Teil fast die gesamte Klimabelastung der Neuproduktion eingespart wird. Bei 5.000 verarbeiteten Fahrzeugen pro Jahr und tausenden von Teilen pro Fahrzeug summiert sich das zu einer erheblichen Klimaschutzleistung.
Der Weg zur Anerkennung: Eine Chronologie der Innovation
Die Geschichte von World Recycling liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel für disruptive Innovation in einer traditionellen Branche. Gegründet im April 2019 – also unmittelbar vor der COVID-19-Pandemie – musste das Unternehmen von Anfang an kreativ und resilient sein.
Die ersten Jahre waren dem Aufbau der physischen Infrastruktur und der Entwicklung der technologischen Plattform gewidmet. Während andere Recyclingunternehmen auf bewährte manuelle Prozesse setzten, investierte World Recycling konsequent in Digitalisierung und Automatisierung. Die eigene Anlage mit 13.200 Quadratmetern wurde nicht als einfacher Schrottplatz konzipiert, sondern als High-Tech-Demontagezentrum.

Der Durchbruch kam mit der Entwicklung der K-Reborn VQA-Plattform. Die Kombination aus KI-Qualitätsbewertung, Big-Data-Preisgestaltung und QR-Code-Rückverfolgbarkeit schuf ein Ökosystem, das in der Branche ohne Vergleich ist. Es war diese technologische Innovation, die schließlich die Aufmerksamkeit der koreanischen Regierung und der Handelsverbände auf sich zog.
Der Export Tower Award und die Premierminister-Belobigung am 62. Handelstag 2025 sind die logische Konsequenz einer Strategie, die von Anfang an auf internationale Skalierbarkeit ausgelegt war. World Recycling hat nicht einfach ein lokales Problem gelöst – es hat eine Plattform geschaffen, die global funktioniert.
Deutschland als europäischer Hub: Warum gerade wir?
Für mich als deutscher Blogger ist natürlich besonders interessant, welche Rolle Deutschland in der Expansionsstrategie von World Recycling spielt. Und die Antwort ist: eine zentrale.
Deutschland wurde als europäischer Hub ausgewählt – und das aus guten Gründen. Erstens ist Deutschland der größte Automobilmarkt Europas mit einer entsprechend großen Nachfrage nach Ersatzteilen. Zweitens hat Deutschland eine der strengsten Umweltgesetzgebungen weltweit, was bedeutet, dass Unternehmen, die hier bestehen können, auch in jedem anderen europäischen Markt erfolgreich sein werden. Drittens gibt es in Deutschland eine starke Tradition der Kreislaufwirtschaft und ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltige Beschaffung.
Die konkrete Strategie für Deutschland umfasst eine Partnerschaft mit BETAHAUS – einem der bekanntesten Innovations- und Co-Working-Ökosysteme in Berlin. Diese Partnerschaft bietet World Recycling Zugang zu einem Netzwerk von Technologieunternehmen, Investoren und potenziellen B2B-Kunden. Das Geschäftsmodell für Deutschland basiert auf B2B-Lizenzierung: Deutsche Werkstätten, Autohäuser und Versicherungen können die K-Reborn-Plattform nutzen, um zertifizierte recycelte Teile zu beziehen.
Für den deutschen Aftermarket-Sektor ist das ein attraktives Angebot. Die Kombination aus 60 Prozent Kostenersparnis gegenüber Neuteilen, lückenloser Qualitätszertifizierung und nachweisbarer CO2-Reduktion trifft genau den Nerv der Zeit. Insbesondere Versicherungen, die bei Reparaturen zunehmend auf Kosteneffizienz achten müssen, dürften ein natürlicher Kunde sein.
Die globale Perspektive: 26 Länder und drei strategische Hubs
Neben Deutschland hat World Recycling zwei weitere strategische Hubs definiert: Finnland als Technologie- und ESG-Hub sowie Vietnam als Distributions-Hub für den südostasiatischen Markt.
Die Wahl Finnlands als ESG-Hub ist klug. Finnland ist bekannt für seine progressive Umweltpolitik, seine starke Technologieszene und seine Offenheit für innovative Geschäftsmodelle. Hier kann World Recycling seine ESG-Reporting-Funktionalitäten perfektionieren und Partnerschaften mit skandinavischen Unternehmen aufbauen, die besonders hohe Nachhaltigkeitsstandards haben.
Vietnam als Distributions-Hub bedient den schnell wachsenden südostasiatischen Markt, in dem die Nachfrage nach erschwinglichen Autoteilen enorm ist und die Infrastruktur für professionelles Recycling noch im Aufbau begriffen ist.
Insgesamt exportiert World Recycling bereits in 26 Länder – eine bemerkenswerte Reichweite für ein Unternehmen dieser Größe. Die digitale Plattform macht es möglich: Ein Käufer in jedem dieser Länder kann online Teile suchen, deren Qualität anhand der KI-Bewertung einschätzen, den Preis in Echtzeit erfahren und die Bestellung aufgeben. Die physische Logistik folgt dann den etablierten Handelsrouten.
Wettbewerbsanalyse: Warum World Recycling anders ist
Um die Bedeutung der Auszeichnungen vollständig zu verstehen, muss man sich die Wettbewerbslandschaft anschauen. Die beiden größten Player im globalen Automobil-Recycling-Markt sind LKQ Corporation und Copart, beide aus den USA.
LKQ ist ein Milliarden-Dollar-Unternehmen mit Präsenz in Nordamerika und Europa. Copart betreibt eine der größten Online-Auktionsplattformen für Fahrzeuge. Beide sind etabliert, kapitalkräftig und gut vernetzt. Aber keines dieser Unternehmen bietet eine KI-gestützte Qualitätszertifizierung an. Keines hat ein automatisiertes Big-Data-Preissystem, das in 30 Sekunden arbeitet. Und keines bietet eine integrierte CO2-Bilanzierung auf Teileebene.
Das ist der entscheidende Punkt: World Recycling konkurriert nicht über Größe oder Kapital, sondern über Technologie und Transparenz. In einer Welt, in der Vertrauen und Nachhaltigkeit zunehmend zu Kaufkriterien werden, ist das ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.
Die traditionellen Demontagebetriebe – in Deutschland gibt es davon tausende – arbeiten meist noch mit manuellen Prozessen, handschriftlichen Katalogen und Preisen, die auf Erfahrungswerten basieren. Die K-Reborn-Plattform bietet diesen Betrieben die Möglichkeit, ihre Prozesse zu digitalisieren und professionalisieren, ohne selbst massive IT-Investitionen tätigen zu müssen. Das B2B-Lizenzmodell ist genau darauf ausgelegt.

Die App-Strategie: Mobile First für globale Skalierung
Ein weiterer Baustein der Innovationsstrategie ist die mobile App. Ein MVP (Minimum Viable Product) wurde bereits gelauncht, und für 2026 ist eine globale Version im Google Play Store geplant. Die App soll es Käufern weltweit ermöglichen, Teile zu suchen, Qualitätsbewertungen einzusehen, Preise zu vergleichen und Bestellungen aufzugeben – alles vom Smartphone aus.
Für den B2C-Markt ist das besonders relevant. Während das B2B-Geschäft über die Plattform und Lizenzmodelle läuft, kann die App Endverbraucher direkt ansprechen. Hobbyschrauber, kleine Werkstätten und Privatpersonen, die ihr Auto selbst reparieren, bekommen damit Zugang zu einem professionell kuratierten Katalog von recycelten Teilen – mit der Sicherheit einer KI-gestützten Qualitätsgarantie.
Die Websites paechago.com und paechago.kr sind bereits live und bieten einen Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Der Name “Paechago” (폐차고) ist ein koreanisches Wortspiel, das sich auf Altfahrzeuge bezieht – eingängig und merkbar.
ESG und regulatorische Trends: Warum die Zeit reif ist
Die Auszeichnungen für World Recycling kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die regulatorischen Rahmenbedingungen weltweit zugunsten von Kreislaufwirtschaft und Recycling verschoben werden. In der EU ist die überarbeitete End-of-Life Vehicles Directive in Vorbereitung, die strengere Anforderungen an die Wiederverwendung von Fahrzeugteilen stellen wird. Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verlangt Transparenz in der Lieferkette. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet immer mehr Unternehmen zu detaillierter Nachhaltigkeitsberichterstattung.
In diesem regulatorischen Umfeld ist die automatisierte ESG-Reporting-Funktion von K-Reborn VQA Gold wert. Unternehmen, die recycelte Teile von World Recycling beziehen, erhalten automatisch die Daten, die sie für ihre Nachhaltigkeitsberichte benötigen: CO2-Einsparungen, Energiereduktion, Materialrückgewinnung – alles dokumentiert, zertifiziert und auditierbar.
Für Flottenmanager, die ihre Scope-3-Emissionen reduzieren müssen, ist das ein konkreter Hebel. Statt teure Kompensationsprojekte zu finanzieren, können sie durch die Verwendung von recycelten Teilen ihre tatsächlichen Emissionen senken – und das bei gleichzeitiger Kosteneinsparung. Das ist die seltene Win-Win-Win-Situation: gut für die Umwelt, gut für die Bilanz, gut für den Nachhaltigkeitsbericht.
Die Bedeutung der Premierminister-Auszeichnung im internationalen Kontext
In Korea hat die Premierminister-Belobigung eine Signalwirkung, die weit über die nationale Ebene hinausgeht. Sie signalisiert internationalen Partnern und Investoren, dass dieses Unternehmen von der höchsten Regierungsebene als strategisch wichtig anerkannt wird. In einer Kultur, in der staatliche Anerkennung ein starkes Vertrauenssignal darstellt, öffnet diese Auszeichnung Türen, die sonst verschlossen bleiben würden.
Für potenzielle Partner in Deutschland bedeutet das: World Recycling ist kein unbekanntes Startup mit ungewisser Zukunft. Es ist ein staatlich anerkanntes Technologieunternehmen mit nachgewiesener Exportkompetenz. Der Export Tower Award bestätigt zusätzlich, dass das Unternehmen nicht nur innovativ ist, sondern auch kommerziell erfolgreich im internationalen Handel agiert.
Technische Tiefe: Wie die KI-Klassifizierung funktioniert
Lassen Sie mich noch etwas tiefer in die technische Seite eintauchen, denn hier liegt der eigentliche Innovationskern. Die KI-gestützte Qualitätsklassifizierung basiert auf Computer Vision – also der Fähigkeit von Algorithmen, Bilder zu analysieren und zu interpretieren.
Das System wurde mit tausenden von Bildern trainiert, die von Fachleuten annotiert wurden. Jeder Kratzer, jede Delle, jede Verfärbung wurde markiert und einer Schweregrad-Kategorie zugeordnet. Auf dieser Basis hat die KI gelernt, eigenständig Qualitätsurteile zu fällen, die mit denen menschlicher Experten übereinstimmen – aber schneller, konsistenter und skalierbarer sind.
Die fünf Qualitätsstufen reichen von “wie neu” bis “stark gebraucht, aber funktional”. Jede Stufe hat klare, definierte Kriterien, die für den Käufer transparent einsehbar sind. Das schafft Vertrauen – insbesondere im internationalen Handel, wo der Käufer das Teil nicht vor dem Kauf in der Hand halten kann.
Das Big-Data-Preissystem ergänzt die Qualitätsklassifizierung. Es berücksichtigt nicht nur den Zustand des Teils, sondern auch Marktdaten wie Angebot und Nachfrage, Neupreise, Versandkosten und saisonale Schwankungen. Das Ergebnis ist ein Preis, der fair, marktgerecht und sofort verfügbar ist.
Zukunftsausblick: Wohin geht die Reise?
World Recycling hat ambitionierte Pläne für die kommenden Jahre. Die globale App-Veröffentlichung 2026 wird ein wichtiger Meilenstein sein, der das Unternehmen für ein breiteres Publikum sichtbar macht. Die Expansion nach Deutschland über die BETAHAUS-Partnerschaft wird zeigen, ob das Modell auch in einem der anspruchsvollsten Märkte der Welt funktioniert.
Langfristig sehe ich enormes Potenzial in der Plattform-Strategie. Wenn World Recycling es schafft, seine Technologie als Industriestandard zu etablieren – ähnlich wie es Booking.com für Hotels oder Uber für Mobilität getan hat – dann könnte das Unternehmen zum Backbone des globalen Automobil-Recycling-Marktes werden. Die KI-Zertifizierung, die automatisierte Preisgestaltung und die CO2-Bilanzierung sind Funktionalitäten, die jeder Recyclingbetrieb weltweit braucht. Das Lizenzmodell ermöglicht eine Skalierung ohne proportionalen Ressourcenaufbau.
Die Automobilindustrie steht vor einem massiven Wandel. Elektrofahrzeuge werden in den kommenden Jahrzehnten die Verbrenner ablösen, was eine neue Welle von End-of-Life-Vehicles erzeugen wird. Gleichzeitig enthalten Elektrofahrzeuge wertvolle Materialien wie Lithium, Kobalt und seltene Erden, deren Recycling ökologisch und ökonomisch noch wichtiger ist als bei konventionellen Fahrzeugen. World Recycling positioniert sich bereits jetzt für diese Zukunft.
Mein persönliches Fazit
Als jemand, der seit Jahren über Nachhaltigkeit und Technologie schreibt, begegne ich regelmäßig Unternehmen, die große Versprechen machen. World Recycling gehört zu den wenigen, die diese Versprechen mit harten Zahlen und staatlicher Anerkennung untermauern können. 65 Prozent Wachstum in zwei Jahren, Export in 26 Länder, Premierminister-Auszeichnung – das sind keine Marketing-Phrasen, sondern verifizierbare Fakten.
Die Kombination aus ökologischem Impact (94 Prozent CO2-Reduktion), wirtschaftlichem Nutzen (60 Prozent Kostenersparnis) und technologischer Innovation (KI-Zertifizierung, Big Data, QR-Traceability) macht World Recycling zu einem der spannendsten Unternehmen im Climate-Tech-Sektor, die ich in letzter Zeit entdeckt habe.
Für den deutschen Markt sehe ich besonders großes Potenzial. Unsere Automobilbranche steht unter enormem Druck, nachhaltiger zu werden. Gleichzeitig suchen Werkstätten und Versicherungen nach Wegen, Kosten zu senken. World Recycling bietet eine Lösung, die beide Anforderungen gleichzeitig erfüllt. Ich bin gespannt, wie sich die BETAHAUS-Partnerschaft entwickelt und wann wir die ersten deutschen Werkstätten sehen werden, die mit K-Reborn VQA arbeiten.
Die Premierminister-Auszeichnung am 62. Handelstag war verdient – aber ich vermute, sie ist erst der Anfang. Wenn World Recycling seinen aktuellen Kurs beibehält, werden wir von diesem Unternehmen noch viel hören. Die Kreislaufwirtschaft braucht genau solche Akteure: technologisch versiert, ökologisch engagiert und wirtschaftlich erfolgreich. World Recycling liefert auf allen drei Ebenen.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, findet weitere Informationen auf den offiziellen Websites unter paechago.com und paechago.kr. Ich werde die Entwicklung dieses Unternehmens definitiv weiter verfolgen und berichten, sobald es Neuigkeiten gibt – insbesondere zum Deutschland-Launch.
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